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Über 90 Jahre industrielle Messtechnik

Carl Zeiss ist ein klangvoller Name der Industriegeschichte. Das Unternehmen gilt seit mehr als 120 Jahren weltweit als Hersteller führender Technologien und Produkte und wurde vor allem durch Mikroskope und Optiken höchster Güte bekannt. Zur Herstellung solcher Qualitätsprodukte setzte man von Anfang an auf selbst hergestellte Mess- und Prüfwerkzeuge. Aus diesen bescheidenen Anfängen entwickelte sich seit 1919 ein Unternehmensbereich, der heute zu den führenden Herstellern von Koordinatenmessgeräten zählt.

Nach der Gründung 1846 brauchte es gerade einmal 50 Jahre, bis sich aus dem Ein-Mann-Betrieb ein weltumspannendes Unternehmen entwickelt hatte. 1847 begann Carl Zeiss mit der Herstellung einfacher Lupenmikroskope. Danach stieg die Nachfrage nach Mikroskopen so rasant, dass es Anfang der 1880er Jahre notwendig wurde, eine rationellere Form der industriellen Fertigung einzuführen.

Messinstrumente aus Jena

Die hochpräzisen Verfahren in der Mikroskopherstellung umfassten auch genaue Messungen und Kontrollen der im Herstellungsprozess verwendeten Bauteile und Werkzeuge. Schon im Experimentierstadium seiner ... Die Aufspaltung von Carl Zeiss in zwei Teile kennzeichnete auch einen wichtigen Wendepunkt für den Bereich der Präzisionsmessung, mit einer Feinmessabteilung in Ost- und einer in Westdeutschland. Wichtige Grundlagen des Geschäftsbereichs waren jedoch einfach zusammengebrochen. Die führenden Köpfe des Geschäftsbereichs, allen voran der frühere Geschäftsführer Dr. Kurt Räntsch, waren unter den Carl Zeiss Mitarbeitern, die von den Amerikanern nach Heidenheim gebracht wurden. In den 1950er und 1960er Jahren entwickelten beide Feinmessabteilungen unabhängig voneinander hochwertige Messinstrumente. Ab 1974 befasste sich ein Team unter der Führung des früheren Laborleiters Klaus Herzog mit innovativen Geräten mit elektronischer Messwertausgabe und numerischer Steuerung. Bereits 1972 arbeitete die Feinmessabteilung an einem 3D-Koordinatenmessgerät, und 1973 wurde die Universalmessmaschine UMM 500 auf der Züricher Messe Microtecnic vorgestellt. Durch die UMM 500 wurde die Entwicklung der  modernen industriellen Messtechnik untrennbar mit dem Namen Carl Zeiss verknüpft. Angesichts der sich verändernden Bedingungen im Bereich der Messtechnik und des neuen Abteilungsprofils wurde die Feinmessabteilung 1977 in Industrielle Messtechnik (IMT) umbenannt.

Der Grundstein ist gelegt

Ende der 1970er Jahre konnte IMT bereits auf beeindruckende Ergebnisse zurückblicken. Die Entwicklung der "ZEISS 3D-Koordinatenmessung" stellte ein innovatives Beispiel der Konstruktionstechnik dar, das dem Feld der Koordinatenmesstechnik enormen Aufschwung verlieh. Sie wurde erfolgreich in den Koordinatenmessgeräten UMM 500, UMM 800 und WMM sowie in weiteren Geräten eingesetzt. Die Geräte boten umfassende Messoptionen, eine gemeinsame Steuerung, leistungsfähige Computer, Datendrucker, regelmäßige Softwareaktualisierungen und die Möglichkeit der computergesteuerten CNC-Bearbeitung.

Trends

Die 1980er Jahre kennzeichneten den endgültigen Durchbruch ins Computer- und Informationszeitalter. Im Bereich der Messtechnik herrschten zwei Trends vor. Auf der einen Seite gab es eine Ausweitung der Prüfmöglichkeiten für Maße, Form und Lage von prismatischen Komponenten, Teilen mit ebenen Kurven und dreidimensional gekrümmten Flächen sowie Getrieben. Der andere Trend drehte sich um das Schlüsselkonzept der "industriellen Messtechnik". Mit diesem Begriff wurde die langsame, aber stetige Verlagerung der Koordinatenmessung vom Messraum in die Fertigung bezeichnet.

Eine neue Strategie

In den frühen 1990er Jahren entwickelte IMT eine breit angelegte Strategie für eine nachhaltige erfolgreiche Zukunft. Hierzu gehörte die Erweiterung der Produktpalette des Unternehmens, ohne die Zielgruppe aus dem Auge zu verlieren. Dieser Schritt resultierte 1994 im Zusammenschluss mit der Stiefelmayer GmbH in Esslingen. Dadurch konnte sich IMT als Anbieter von Horizontalarm-KMG für die Karosseriemessung etablieren.

Innovationen

Carl Zeiss entwickelte weiterhin neue und innovative Produkte und Verfahren, setzte immer wieder Trends in der Koordinatenmesstechnik und passte seine Dienstleistungen immer genauer an die Anforderungen an. Nachdem die Anwender seit Jahren von der Möglichkeit profitierten, übergroße Bauteile mit Koordinatenmessgeräten von Carl Zeiss in Brücken- und Portalbauweise zu prüfen, wagte sich Carl Zeiss IMT 2004 auf ein Gebiet der Messung in sehr viel kleinerem Maßstab. Das Messsystem F25 ermöglichte erstmals Messungen im Nanometerbereich, so dass damit Mikrokomponenten jeglicher Art gemessen werden konnten. 2006 stellte Carl Zeiss der Fachwelt den Computertomografen METROTOM® 1500 vor – ein Messgerät, das den Blick ins Innere von Werkstücken gestattet.

Ausblick auf die Zukunft

Die Geschichte der Messtechnik bei Carl Zeiss ist eine einzigartige Erfolgsstory. Innerhalb von 90 Jahren entwickelte sich IMT zu einem festen Bestandteil der Carl Zeiss-Familie. Entscheidende Forschungsergebnisse und ein ständiger Strom von Innovationen bei Geräten und Komponenten von "ZEISS Feinmess" bzw. Carl Zeiss IMT haben einen wesentlichen Beitrag zur erfolgreichen Entwicklung der Messtechnik und der Koordinatenmesstechnik geleistet. Heute arbeiten rund 2200 Mitarbeiter an drei Standorten in Deutschland sowie in China, den USA und Indien für Carl Zeiss IMT. Außerdem gibt es weltweit etwa 100 Vertriebs- und Servicezentren. IMT ist Markt- und Technologieführer und bietet auf der Grundlage jahrzehntelanger Erfahrung ein einzigartiges Spektrum von Messgeräten und Software an. Mit Innovationswillen, der Bereitschaft, Grenzen zu verschieben, und einer breiten Palette von Produkten und Dienstleistungen befindet sich IMT weiter auf der Straße des Erfolgs.

 

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