Schadet Lesen bei schlechtem Licht den Augen?

Ein populärer Mythos, den fast jeder schon mal gehört hat: Lesen bei schlechtem Licht verdirbt die Augen. Doch aktuelle Studien beweisen: Das stimmt gar nicht!

Der Winter ist wohl die beste Jahreszeit, um mal wieder ein spannendes Buch zu lesen. Bei Kerzenlicht oder schummriger Nachttischlampe macht das besonders viel Spaß. Kinder verstecken sich sogar gerne mit der Taschenlampe bewaffnet unter der Bettdecke. Der Spaß am Schmökern wird aber oft von der Befürchtung getrübt, dass die Augen dadurch Schaden nehmen könnten. Kaum einer, der diesen Spruch noch nicht gehört hat: „Mach bitte das Licht an – du verdirbst dir die Augen!“ Doch keine Angst: Lesen im Dunkeln schadet den Augen keineswegs. Aber: Wer eine Brille zum Lesen benötigt, sollte diese auch tragen.

Schadet Lesen bei schlechtem Licht den Augen?

Ein populärer Mythos, den fast jeder schon mal gehört hat: Lesen bei schlechtem Licht verdirbt die Augen. Doch aktuelle Studien beweisen: Das stimmt gar nicht!

Über dieses Thema streiten selbst Wissenschaftler bis heute: Lesen bei schlechtem Licht schadet den Augen. Doch es gibt Entwarnung. Bis heute liegen keinerlei Beweise für eine langfristige Schädigung der Augen vor. Fest steht aber: Wer bei wenig Licht liest, muss sich deutlich mehr anstrengen, um alles entziffern zu können. Die Augen ermüden schneller - das Lesen wird mühsam. Rote Augen und Kopfschmerzen können die Folgen sein. Aber die Augen selbst leiden nicht darunter. Das ergab eine im renommierten Fachblatt British Medical Journal veröffentlichte Studie amerikanischer Wissenschaftler.

 

Warum die Augen sich mehr anstrengen müssen, aber nicht weiter Schaden nehmen, zeigt ein  Blick auf die Arbeitsweise der Augen. Wenn sie bei schwacher Beleuchtung Buchstaben entziffern müssen, sind zwei Bereiche des Auges besonders gefordert: zum einen der Ciliarmuskel, der die Linse ständig straffen muss, um Buchstaben lesen zu können, und zum anderen die Sehzellen selbst. Bei Dämmerung oder schlechtem Licht sind vor allem die lichtempfindlichen Stäbchen gefordert. Sie benötigen einen besonderen Farbstoff, das Rhodopsin. Er wird auch als Sehpurpur bezeichnet. Bei reduzierten Lichtverhältnissen ändert sich die Molekülstruktur. Folge: Das Lesen bei Dämmerlicht strengt deutlich mehr an. Schaden nehmen die Augen aber nicht. Denn sobald sie geschlossen sind, können sie sich wieder vollständig erholen.

 

Wer also ein spannendes Buch liest und dabei eine schummrige Atmosphäre liebt, muss sich keine Sorgen um seine Augen machen. Man sollte unseren Sehorganen dann aber ab und zu eine Pause gönnen. Also entweder das Buch mal zur Seite legen und die Augen schließen oder ein kleines Sehtraining absolvieren. Das dauert nur ein paar Minuten und macht die Augen schnell wieder fit. So müssen sich auch Eltern keine Sorgen um das Augenlicht ihrer Kinder machen, wenn diese unter der Bettdecke mit der Taschenlampe lesen – evtl. nur um das reibungslose frühe Aufstehen am nächsten Morgen J.

 

Aber egal, ob bei Schummerlicht oder optimaler Beleuchtung: Wer das Buch weit weg halten muss, um die Buchstaben noch entziffern zu können, braucht auf jeden Fall eine Lesebrille. Mit zunehmendem Alter verlieren die Linsen der Augen nun mal an Elastizität und damit die Fähigkeit, sich zu krümmen (akkommodieren). Sie sind dann nicht mehr imstande, auf kurze Entfernungen einzustellen. Betroffene können folglich in der Nähe nicht mehr scharf sehen. Wichtig auch hier für ungetrübtes Lesevergnügen: eine vom Augenoptiker individuell angepasste Lesebrille.

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