Mit modischen Brillenfassungen besser sehen und besser aussehen

BESSER SEHEN fragt beim Brillenfassungshersteller Menrad nach: Was sind die Trends rund um modische Brillen und Brillenmarken?

Neben dem passenden Brillenglas ist auch die Brillenfassung für ein komfortables und entspanntes Sehen entscheidend. Mit der Wahl des Brillengestells treffen wir eine modische Entscheidung für einen längeren Zeitraum – im Durchschnitt für vier Jahre. Tagtäglich begleitet uns das gewählte Brillendesign. Wir von BESSER SEHEN möchten daher vom Hersteller Menrad, der auch die Fassungen für ZEISS konzipiert und fertigt, wissen, wie Designs entstehen und die generellen Trends aussehen.

Mit modischen Brillenfassungen besser sehen und besser aussehen

Mit modischen Brillenfassungen besser sehen und besser aussehen

BESSER SEHEN: Herr Müller-Menrad, Sie sind Geschäftsführer eines der bedeutendsten Fassungshersteller-Unternehmen in Deutschland. Sie verkaufen rund 1,5 Mio. Brillenfassungen und Sonnenbrillen im Jahr. Sie liefern Brillenfassungen für namhafte Marken wie Davidoff, Jaguar, Joop, Morgan und auch ZEISS in Lizenz und vertreiben Brillen von Guess, Skechers und Gant. Wie gehen Sie und Ihr Team an immer wieder neue Kollektionen heran? An welchen Trends orientieren Sie sich oder auch gerade nicht?

 

Eberhard Müller-Menrad: Generell ist es wichtig, die beiden großen Brillenfassungsarten der Sonnenbrillen und der Brillen mit Korrektion – also mit geschliffenen Brillengläsern – zu unterscheiden. Denn beide Märkte funktionieren, was das Design angeht, sehr unterschiedlich. Sonnenbrillen sind wesentlich mehr von Modetrends abhängig, und der Markenname, oft das Modelabel, ist deutlich wichtiger für den Käufer. Die Trends setzen hier insbesondere die Designer aus Italien. Zurzeit ist der Retro-Style aus den 70er- und 80er-Jahren sehr gefragt. Die Brillen sind weniger gekurvt, d.h. gewölbt, und die Brillengläser sind nicht mehr so großflächig als noch vor einiger Zeit.

 

Brillenfassungen für Sehhilfen – also mit Korrektion – müssen hingegen anderen Anforderungen entsprechen. Der Markenname hilft, ist aber nicht so wichtig wie bei Sonnenbrillen. Entscheidend ist, dass diese Brillen uns besser und komfortabel sehen lassen, und wir gut mit ihnen aussehen. Dies macht es für uns als Fassungshersteller natürlich sehr interessant, diese Brillenfassungen zu designen.

Eberhard Müller-Menrad

Eberhard Müller-Menrad

BESSER SEHEN: Das klingt spannend. Doch wie sind Sie gerade hier den Entwicklungen und Trends auf der Spur?

 

Eberhard Müller-Menrad: Auch hier gilt es, das richtige Gespür zu entwickeln. Zuerst sind neue Designtrends auch eher in den Nischen, beispielsweise bei kleineren Fassungsdesignern, zu finden. Vor zehn Jahren etwa waren Bohrbrillen im Trend. Die Scheibentiefe – Größe der Brillengläser nach oben und unten – war kleiner. Auch ovale Scheiben lagen in der Gunst ganz oben. Heute werden mehr Kunststofffassungen aus Azetat gewünscht.

 

Bei der Wahl der Brillenfassung mit Korrektion spielt die Empfehlung des Augenoptikers eine maßgebliche Rolle. Dies hängt natürlich auch davon ab, welche Brillenfassung für die definierten Brillengläser passend ist. Aber ein erfahrener Augenoptiker wird für seinen Kunden eine wertvolle Vorauswahl treffen, welche Brillenfassung zum Typ und der Gesichtsform passt. Zwei generelle Grundtypen lassen sich dabei ausmachen: erstens der Brillenträger, der – wie wir es sagen – eine „Nichtbrille“ möchte. Also eine Brillenfassung, die sich möglichst harmonisch in das Gesicht einfügt und nicht groß auffällt. Und zweites der Typ Brillenträger, der modisch orientiert ist und seine Brille dementsprechend als modisches Accessoire versteht.

 

Da wir bei Menrad für bekannte Markenlabels designen, müssen wir mit unseren Fassungskollektionen neben den generellen Trends in Bezug auf Scheibengröße, Farbigkeit, Material oder auch Design der Bügel auch die jeweilige Markenphilosophie exakt treffen. Für die Marke Jaguar, die wir bereits 27 Jahre in unserem Portfolio haben, sprechen wir von einem sehr anspruchsvollen Design im Bereich der Herrenbrillen. Wir orientieren uns hier auch an den Automodellen von Jaguar selbst – beispielsweise bei der Wahl des Materials, wie Karbon. Die Fassungen der Marke Joop müssen die Designs der Modekollektion aufgreifen. Die Marke Carl Zeiss steht für Präzision, Klarheit, perfektes Sehen und Qualität. Dies muss sich selbstverständlich in den Fassungen widerspiegeln.

Mit modischen Brillenfassungen besser sehen und besser aussehen

BESSER SEHEN: Wie kam es in diesem Zusammenhang zur Entwicklung der ErgoFlexx Kollektion für ZEISS?


Eberhard Müller-Menrad: Grundlage für die Entwicklung war unter anderem eine Konsumentenstudie von ZEISS. Darin wurde auch abgefragt, was der Konsument von seiner Brille in erster Linie erwartet. Danach gibt es fünf sehr wichtige Anforderungen: Die Brille muss bequem sein, sie muss optimales Sehen ermöglichen, die Brille sollte eine ordentliche Qualität und Lebensdauer aufweisen, und sie sollte die Persönlichkeit des Brillenträgers unterstützen.

 

Bei der Entwicklung von ErgoFlexx und jetzt ganz neu ErgoFlexx Individual wollen wir diesen Anforderungen gerecht werden. Besonders wichtig ist uns, dass ein optimales, komfortables Tragen der Brille erreicht werden kann. Mit ErgoFlexx Individual kann der Augenoptiker aus einem ganzen Set an einzelnen Ausstattungsbestandteilen wie Bügel, Scheibengröße, Farben etc. eine individuelle Brille für den Kunden zusammenstellen. Dieses Baukastensystem ist auf technisch höchstem Niveau durchdacht und erlaubt 6.180 unterschiedliche Kombinationen. Da hilft uns natürlich unser jahrelanges Brillen-Knowhow. Teilweise sind Mitarbeiter bei uns schon 30–40 Jahre beschäftigt.

 

Um nur ein Beispiel zu nennen: Bei Gleitsichtbrillen ist neben einer Mindesttiefe der Brillengläser die so genannte Inklinierbarkeit der Brille für ein entspanntes Sehen besonders wichtig. Die Inklination ist die Vorneigung der Brille. Diese sollte ungefähr 8 – 10 Grad Neigung haben. Bei Fassungen mit breiten Bügeln ist eine Anpassung des Inklinationswinkels nicht möglich. ErgoFlexx ist inklinierbar, und der Augenoptiker kann den Winkel individuell auf den Brillenträger abstimmen.

 

BESSER SEHEN: Das klingt nach viel Arbeit. Wie lange entwickeln Sie an einer neuen Brillenfassungskollektion? Sind die Lebenszyklen einer Brillenfassungs-Kollektion eigentlich identisch mit denen der Modebranche?

 

Eberhard Müller-Menrad: Wir haben mit unserem Team, bestehend aus Designern und Produktmanagern, einen Kollektionsvorlauf von etwa einem Jahr, produzieren allerdings das ganze Jahr über.

 

Im Bereich der Brillenfassungen haben wir zwei große Neueinführungstermine: erstens im Januar und zweitens im August jeden Jahres. Wir präsentieren den Augenoptikern über 250 neue Modelle im Jahr.

 

Im Vergleich zu früher ist die Brillenbranche modischer geworden. Die Modelllebenszyklen sind deutlich verkürzt und die verkauften Stückzahlen je Modell geringer – ähnlich wie in der Mode. Hinzu kommt bei uns, dass wir im Gegensatz zu Modekollektionen, die vorab von den Händlern geordert werden, ganzjährig für die Augenoptiker lieferbereit sind.

 

BESSER SEHEN: Wenn Sie die letzten Jahre Revue passieren lassen – was hat sich bezüglich der Designs und der Materialien getan? In welche Richtung gehen die Entwicklungen im Bereich des Fassungsdesigns in der nahen Zukunft?

Eberhard Müller-Menrad: Für mich gibt es zwei große Trends, die bereits einige Zeit anhalten. Die Brillenträger werden mutiger, was Farben angeht. Mit der Marke Joop haben wir diesen Trend schon sehr früh vor mehr als 6/7 Jahren aufgenommen. Im Trendbereich sind momentan die so genannten „Nerd-Brillen“ mit schwarzen, breiten Fassungen sehr angesagt.

Der zweite Trend ist im Materialbereich zu beobachten. Hier hat Edelstahl deutlich an Bedeutung gewonnen. Kleine Fassungshersteller, wie z.B. IC Berlin,  haben den Trend mit aus Blechen gestanzten Brillenfassungen gesetzt. Die Fassungen wirken flächig, und diese Art von Brille bietet viele neue Designmöglichkeiten.

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