Back To Top
Glass

ZEISS Produkte

Das könnte Sie ebenfalls interessieren: ZEISS Präzisions-Brillengläser, Veredlungen und Diagnose Instrumente.

Produktportfolio

Mineralisch

Materialien für mineralische Brillengläser

Glass

Mineralische Brillengläser von ZEISS mit verschiedenen Brechzahlen von 1,5 bis 1,9 (oben) und Umbramatic Brillenglas (unten)

Grundsätzlich unterscheidet man bei mineralischen Gläsern Krongläser (Abbe-Zahl > 55) und Flintgläser (Abbe-Zahl < 50).
Kronglas ist eine Bezeichnung, die auf das erste mineralische Glasmaterial für Brillengläser, das englische„crown-glass“ (B 270) zurückgeht. Der Name „crown-glass“ stammt vom Aussehen der in England geblasenen kreisförmigen Glasplatten, die kronenartige Ansätze zeigten.


Der Name Flintglas ergibt sich aus einem früheren Herstellungsverfahren, bei dem man reinen, hellen Flintstein (Quarz) verwandte.


Vor 1886 waren lediglich die beschriebenen gewöhnlichen Brillenkron- und Flintgläser bekannt. Die Entwicklung neuer Materialien begann nach 1886. Bis heute dauert die Forschungsarbeit zur Herstellung neuer, vor allem höherbrechender Glasmaterialien an. Es ist das Ziel, durch geeignete Zusätze auch bei hoher Brechzahl eine möglichst geringe Dispersion zu erreichen. Gleichzeitig müssen eine gute Härte und die chemische Beständigkeit von Brillengläsern gewährleistet sein.

Der Glaszustand

Optisches Glas
(Foto mit freundlicher Genehmigung von Schott Glas, Mainz)

Der Glaszustand

Als Glas bezeichnet man alle Stoffe, die von der chemischen Struktur her einer Flüssigkeit ähneln, deren Zähigkeit bei normaler Temperatur jedoch so hoch ist, dass sie als Festkörper bezeichnet werden können. Glas hat eine amorphe (nichtkristalline) Struktur, d.h. die Anordnung der Atome bzw. Molekülketten folgt keinem periodischen Ordnungsprinzip. Es gibt eine Vielzahl mineralischer Gläser, die farblos, gefärbt, klar oder getrübt sein können.

Mineralisches Glas wird durch Unterkühlung einer Schmelze gewonnen und daher auch oftmals als unterkühlte Flüssigkeit bezeichnet. Tatsächlich ist Glas kein Festkörper, sondern besitzt auch im festen Zustand eine gewisse Zähigkeit, die sich im täglichen Gebrauch nicht feststellen lässt.

Mineralisches Glas – was ist das?

Mineralisches Glas – was ist das?

Mineralisches Glas ist ein Schmelzprodukt. Die Glasschmelze setzt sich zusammen aus


70 % Glasbildner (Quarz),
20 % Flussmittel (Pottasche und Soda) und
10 % Glashärter (Oxide).

Lens materials

Glasmenge während des Schmelzvorgangs in der Schmelzwanne
(Foto mit freundlicher Genehmigung von Schott Glas, Mainz)

Durch Zusatz (1%) verschiedener Metalloxide sowie -fluoride können die optischen Eigenschaften und die Farbe des Glases gezielt verändert werden. Die Zusätze Blei-, Titan- und Lanthanoxid erhöhen beispielsweise die Brechzahl. Bariumoxid und Fluorid verringern die Dispersion, während sich die Glasschmelze mit Eisen, Kobalt, Vanadium und Mangan für Sonnenschutzgläser einfärben lässt. Um Phototropie zu erzielen, werden der Glasschmelze Metallverbindungen mit Fluor, Chlor und Brom (Halogenide) beigegeben.


Alle zur Herstellung des gewünschten Glases benötigten Inhaltsstoffe werden in einem Wannenofen bei 1400 bis 1500 °C geschmolzen. Die in der zähflüssigen Schmelze enthaltenen Gasblasen lassen sich durch Zugabe sogenannter Läuterungsmittel entfernen. Mehrstündiges Rühren nach der Läuterung vermeidet Schlieren, Einschlüsse und Farbstiche.


Bei etwas niedrigerer Temperatur wird die Glasschmelze nach dem Schmelzvorgang über eine Dosiereinrichtung einer automatischen Presse zur Herstellung von Brillenglas-Presslingen zugeführt. Die entstandenen Presslinge werden in einem Kühlofen langsam bis auf Raumtemperatur heruntergekühlt, bevor sie zum fertigen Brillenglas weiterverarbeitet werden.

Glas oder Kunststoff?

Tipps und Tricks
Glas- oder mineralische Brillengläser
 
Sehr hohe Brechzahlen erlauben auch bei starken Fehlsichtigkeiten eine Korrektion mit dünnen Brillengläsern
Großer Brechzahlbereich von n = 1,5 bis n = 1,9

Sehr kratzfest, dadurch lange Lebensdauer des Brillen-glases
Hohe Oberflächenhärte

Bei gleicher Brechzahl weniger Farbsäume verglichen mit organischen Gläsern
Geringe Dispersion, selbst bei hoher Brechzahl
Keine spürbare Kante bei Bifokal- und Trifokalgläsern
Gute Verschmelzbarkeit verschiedener Materialien
Unproblematische Entsorgung der fertigungsbedingten Nebenprodukte
Gute Umweltverträglichkeit beim Herstellprozess
Keine Beeinträchtigung der Form und damit der optischen Eigenschaften bei hohen Temperaturen
Hohe Wärmebeständigkeit

Überfanggläser und aufgekittete Nahteile möglich, z.B. bei unterschiedlichen prismatischen Wirkungen in Ferne und Nähe
Gute Verkittbarkeit der Materialien

Plastik- oder organische Brillengläser
 
Hohe Brechzahlen erlauben die Korrektion auch stärkerer Fehlsichtigkeiten mit dünnen Brillengläsern
Brechzahlbereich von n = 1,5 bis n = 1,665

Die Brille ist leicht und angenehm zu tragen
Geringeres spezifisches Gewicht
Gut geeignet als Sport- und Kinderbrille
Hohe Bruchfestigkeit
Individuelle wirkungsunabhängige Farbgebung der Brillengläser im Tauch- verfahren
Beliebige Farbgebung

Gleichmäßiges Einfärben unabhängig von der Wirkung des Brillenglases bei organischen phototropen Brillengläsern von Carl Zeiss
Wirkungsunabhängige Oberflächenphototropie

Beim Schweißen oder Schleifen entstehen keine Beschädigungen auf dem Brillenglas
Sehr beständig gegen Funkenflug
Um eine vergleichbare Härte wie bei mineralischen Gläsern zu erreichen, ist eine Hartbeschichtung notwendig
Geringe Oberflächenhärte

Beispiele für Brillenglasarten

Materialien für Brillengläser
Anwendungsbeispiele für Brillengläser
Mittlerer refraktiver Index nd
Abbe-Zahl ve
 
Brillen-Kron
ZEISS Einstärken Sph Mineral 1.5
1.525
58.3
Erstes mineralisches Glasmaterial für Brillengläser
Barium-Kron
ZEISS Einstärken Sph Mineral 1.6 1.604 43.8 Unterscheidet sich optisch von Brillen-Kron durch eine höhere Lichtbrechung bei geringer Farbzerstreuung
Schwerflint

ZEISS Einstärken
- Sph Mineral 1.7
- Sph Mineral 1.8
- Sph Mineral 1.9

1.706
1.800
1.893

39.3
35.4
30.4
Hochbrechendes Material zur Korrektion bei starken Fehlsichtigkeiten. Zusätze sind Titan und Lanthan. Für die erste Entwicklung solcher Brillengläser erhielt Schott 1973 einen Ehrenpreis.
Borosilikat

ZEISS Einstärken
- Sph Mineral 1.5 Umbramatic brown
- Sph Mineral 1.6 Umbramatic brown

1.525

1.604

56.5

42.8
Silberchlorid und Silberbromid bewirken die phototropen Eigenschaften. Ein weiterer Zusatz ist Borsäure.
Barium-Flint ZEISS Bifokal Classic CT25 Mineral 1.6 1.684
1.755
44.2
38.1
Nahteilmaterialien für Bifokal- und Trifokalgläser
 

Wir verwenden Cookies auf dieser Website. Cookies sind kleine Textdateien, die von Websites auf Ihrem Computer gespeichert werden. Cookies sind weit verbreitet und helfen Seiten optimiert darzustellen und zu verbessern. Durch die Nutzung unserer Seiten erklären Sie sich damit einverstanden. mehr

OK