Fitting ZEISS Lenses

Anpassung von ZEISS Brillengläsern

Um optimalen Sehkomfort zu gewährleisten, ist eine exakte und je nach Glastyp unterschiedliche optische Brillenanpassung notwendig. Die folgenden Zentrierempfehlungen für ZEISS Brillengläser berücksichtigen die jeweiligen Zentrierforderungen Augendrehpunkt-, Bezugspunkt- und Blickfeldforderung entsprechend ihrer Priorität.

Interaktive Animation: Die nächste Generation des Sehens

1. Anatomische Voranpassung

Nach der anatomischen Voranpassung der Brille sollte die gewählte Brillenfassung

  • auf einen Hornhautscheitel -Abstand ( HSA ) angepasst sein, der zwischen 12 und 16 mm liegt und
  • eine Vorneigung zwischen 8° und 12° besitzen.


Sofern nicht für individuell angepasste Gläser anders angegeben, sind ZEISS Brillengläser für diese Parameter berechnet und haben für diese ihre optimale Wirkung. Die empfohlenen Richtwerte können aufgrund anatomischer Gegebenheiten oder einer außergewöhnlichen Fassungsform nicht immer eingehalten werden. Dies sollte dann vom Augenoptiker bei der Brillenglasbestimmung und
-bestellung berücksichtigt werden.

2. Seitenzentrierung

Seitenzentrierung von ZEISS Brillengläsern ohne prismatische Wirkung

Seitenzentrierung von Zeiss Brillengläsern ohne prismatische Wirkung

Seitenzentrierung von ZEISS Brillengläsern ohne prismatische Wirkung

Der Zentrierpunktabstand sollte dem Pupillenmittenabstand beim Blick in die Ferne entsprechen (Fern-PD).

Dies gilt für alle ZEISS Brillengläser:

  • Einstärkengläser für die Nähe und die Ferne
  • ZEISS officelens, das Glas für den erweiterten Nahbereich
  • Gleitsichtgläser
  • Bifokal- und Trifokalgläser
    üblich ist es, bei der Seitenzentrierung die Extrempunkte T der Zusatzteile als Bezugspunkte zu verwenden. Diese werden, ausgehend von der Fern-PD, jeweils 2,5 mm nasal versetzt angezeichnet.

3. Höhenzentrierung

Höhenzentrierung von ZEISS Brillengläsern

1. natürliche Kopfhaltung
2. Kopfhaltung zur Markierung der Höhenzentrierung nach Augendrehpunktforderung (Fassungsebene senkrecht)

Höhenzentrierung von ZEISS Brillengläsern

Einstärkengläser  

Bei der Anpassung von Einstärkengläsern  sollte die Augendreh- punktforderung erfüllt werden. Zur Ermittlung der Höhenzentrierung gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Der Kunde hebt den Kopf, bis die Fassungsebene senkrecht steht. Bei Nullblickrichtung werden nun die Lagen der Pupillenmitten markiert.
  • Bei natürlicher Kopf- und Körperhaltung werden die Lagen der Pupillenmitten bei Nullblickrichtung markiert.

Es gilt dann die Praxisformel: Pro Grad Vorneigung der Fassung muß der optische Zentrierpunkt, ausgehend vom Nulldurchblickpunkt, um 0,5 mm nach unten verschoben werden. Bei ZEISS officelens sollte der Messkreis Nähe voll erhalten bleiben, die Mindesthöhe der Zentrierung, gemessen vom unteren Fassungsrand, also mindestens 18 mm betragen.

Höhenzentrierung von Mehrstärkengläsern

Höhenzentrierung bei natürlicher Kopf- und Körperhaltung von Gleitsichtgläsern, Trifokal- und Bifokalgläsern

Höhenzentrierung von Mehrstärkengläsern

Gleitsichtgläser und Arbeitsplatzgläser
Zur Zentrierung von Gleitsichtgläsern und Arbeitsplatzgläsern werden die Lagen der Pupillenmitten bei Nullblickrichtung und natürlicher Kopf- und Körperhaltung des Kunden markiert. Um die Nutzbarkeit der Nahwirkung zu gewährleisten, sollte die Progressionslänge bei allen Gleitsicht- und Arbeitsplatzgläsern an die verfügbare Einschleifhöhe angepasst werden.


Bifokal- und Trifokalgläser

Bei Bifokalgläsern wird die Höhe der unteren Irisränder, bei Trifokalgläsern die der unteren Pupillenränder bei natürlicher Kopf- und Körperhaltung angezeichnet.

Die Markierung gibt die Höhe des Extrempunktes T des Zusatzteils an, nach der die Gläser in die Fassung eingearbeitet werden. Individuelle Anforderungen des Brillenträgers sollten bei der Festlegung der Nahteilhöhen stets berücksichtigt werden. Unterschiedliche Nahteilhöhen aufgrund anatomischer Gegebenheiten sind wegen des binokularen Blickfeldes zu berücksichtigen.

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4. …mit prismatischer Wirkung

Zentrierung von ZEISS Brillengläsern mit prismatischer Wirkung

Zentrierung von ZEISS Brillengläsern mit prismatischer Wirkung

Bei prismatischen Verordnungen sind die ermittelten Zentrierpunkte beim Einschleifen der Gläser bei PMZ und Formelfall um 0,25 mm pro 1 cm/m entgegengesetzt zur Basis zu versetzen. Dadurch wird die Nachstellbewegung der Augen bei prismatischen Brillengläsern berücksichtigt.

Pupillenmittenzentrierung (PMZ) von ZEISS Brillengläsern mit prismatischer Wirkung

Pupillenmittenzentrierung (PMZ) von ZEISS Brillengläsern mit prismatischer Wirkung

Beim Augenoptiker
Wurde bei der Brillenglasbestimmung die Messbrille nicht nachgestellt, spricht man von der Pupillenmittenzentrierung PMZ. Dann muss neben der oben genannten Vorgehensweise (0,25 mm pro 1 cm/m entgegengesetzt zur Basis) bei der Brillenglasbestellung die Angabe "PMZ" vermerkt sein. Dies ist notwendig, da bei der Brillenglasbestimmung neben den Korrektionsprismen auch die prismatischen Nebenwirkungen der sphärischen und zylindrischen Messgläser wirken, wenn die Messbrille nicht nachgestellt wird.


Bei ZEISS

ZEISS berücksichtigt dies dann bei der Berechnung und Fertigung der Brillen- gläser. Es gibt die Möglichkeit, sich eine PMZ-Kennziffer geben zu lassen, dann geht Carl Zeiss von einer PMZ aus und ein zusätzlicher Vermerk ist nicht nötig.

Formelzentrierung von ZEISS Brillengläsern mit prismatischer Wirkung

Formelzentrierung von ZEISS Brillengläsern mit prismatischer Wirkung

Beim Augenoptiker
Im sogenannten Formelfall wird die Messbrille bei der Brillenglasbestimmung schon um 0,25 mm pro 1 cm/m nachgestellt. Für die Zentrierung der Brillengläser beim Ein- schleifen gilt dann zusätzlich die oben genannte Vorgehensweise (0,25 mm pro 1 cm/m entgegengesetzt zur Basis).


Bei ZEISS

Sofern bei der Bestellung nichts vermerkt ist oder keine PMZ-Kennziffer vorliegt, geht Carl Zeiss bei der Berechnung und Fertigung prismatischer Brillengläser vom Formelfall aus.


Wichtig für den Augenoptiker

Um eine exakte Fertigung prismatischer Brillengläser bei Sonderfällen zu gewährleisten, ist eine ausführliche Angabe aller bei der Messung verwendeter Parameter auf einem speziellen Bestellformular von ZEISS sinnvoll. Sonderfälle sind zum Beispiel hohe dioptrische Wirkungen in Verbindung mit hohen prismatischen Wirkungen oder Messsituationen, in denen weder eine Pupillenmittenzentrierung noch der Formelfall angewandt werden.

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5. … mit i.Terminal 2

Zentrierung mit dem i.Terminal 2

Zentrierung mit dem i.Terminal 2

Mit dem computergestützten i.Terminal 2 Anpass-System lassen sich, ausgehend von der natürlichen Kopf- und Körperhaltung, alle erforderlichen Zentrierdaten über zwei Videobilder hochpräzise ermitteln.

Die richtige Lage der Zentrierpunkte wird aufgrund der geltenden Zentrierforderung, der dioptrischen Wirkung und des Glastyps automatisch errechnet und dargestellt.

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