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Slab-off technique

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Slab-off-Schliff

In manchen Fällen einer stärkeren Anisometropie können bei Tätigkeiten in der Nähe Doppelbilder auftreten. Der Slab-off-Schliff ist eine bei Mehrstärken- und Gleitsichtgläsern angewandte Schleiftechnik zur Erzeugung eines Höhenausgleichprismas. Durch den Slab-off-Schliff ergibt sich auf dem Brillenglas eine kaum merkliche waagerechte Trennlinie, die über die gesamte Breite des Brillenglases verläuft.

1. Wann kann ein Slab-off erforderlich sein?

Wann kann ein Slab-off erforderlich sein?

Eine Mehrstärken- oder Gleitsichtbrille mit Slab-off-Schliff kann bei Alterssichtigkeit (Presbyopie) notwendig werden, wenn zusätzlich eine stärkere Ungleichsichtigkeit (Anisometropie) vorliegt. Von Anisometropie spricht man bereits bei einer Differenz der Fernpunktrefraktionen des rechten und linken Auges von 0,25 dpt.


Wann können Sehprobleme auftreten?

Sehprobleme, die beim Tragen von Mehrstärkengläsern aufgrund einer Anisometropie auftreten können, sind jedoch meist erst ab einer Differenz der Fernpunktrefraktionen von ca. 1,5 dpt zu erwarten. Sie können dann mit Hilfe eines Slab-off-Schliffes behoben werden.

2. Sehprobleme

Welche Sehprobleme können auftreten?

Blick durch den Bezugspunkt

Welche Sehprobleme können auftreten?

Führt ein Brillenträger Blickbewegungen hinter dem Brillenglas aus, schaut er nicht mehr durch den Bezugspunkt (bei nicht prismatischen Werten = optischer Mittelpunkt), sondern durch die Randbereiche der Brillengläser. Dadurch ergeben sich prismatische Nebenwirkungen, d.h. der Hauptstrahl wird prismatisch abgelenkt. Bei Blicksenkung liegt dann das vom Brillenträger fixierte Zwischenbild entweder oberhalb (Minusglas) oder unterhalb (Plusglas) des realen Objektes.

Entstehung von Doppelbildern

Blick außerhalb des Bezugspunktes: Der Brillenträger fixiert das entstehende Zwischenbild

Entstehung von Doppelbildern

Die vor beiden Augen entstehenden Zwischenbilder beim Blick durch die Randbereiche der Brille liegen bei Anisometropie wegen unterschiedlicher prismatischer Nebenwirkungen rechts und links auf unterschiedlicher Höhe. Überschreitet diese prismatische Höhendifferenz einen vom Brillenträger kompensierbaren Wert, ist es ihm nicht mehr oder nur bedingt möglich, die Zwischenbilder des rechten und linken Auges zu einem ungestörten binokularen Seheindruck zu fusionieren.

Unterschiedliche Höhe der Zwischenbilder vor dem rechten und linken Auge bei Anisometropie beim Blick in der Nähe

Different height of the intermediate images of the right and left eyes in near vision for a patient with anispmetropia

Probleme für den Brillenträger
Im Extremfall nimmt der Brillenträger Doppelbilder wahr. Häufiger jedoch erscheinen die Buchstaben beim Lesen unscharf und längeres Lesen ist für den Brillenträger ungewohnt anstrengend. Die Folge können asthenopische Beschwerden wie beispielsweise Kopfschmerz oder Augenbrennen sein.


Abhilfe durch Slab-off-Schliff
Mit dem Slab-off-Schliff wird erreicht, dass die Zwischenbilder beim Lesen mit einer Mehrstärkenbrille vor dem rechten und linken Auge wieder auf gleicher Höhe liegen. Ungestörtes und beschwerdefreies Binokularsehen in die Nähe ist dann wieder möglich.

Sehprobleme des Anisometropen bei Mehrstärkengläsern

Beim Einstärkenglas Kopfbewegung möglich

Sehprobleme des Anisometropen bei Mehrstärkengläsern

Blick durch Einstärkengläser
Bei Einstärkengläsern kann der Anisometrope durch stärkere Kopfbewegungen erreichen, dass er immer annähernd durch den Bezugspunkt des Brillenglases schaut. Er vermeidet dadurch prismatische Nebenwirkungen und somit auch eine prismatische Differenz zwischen rechtem und linkem Glas.

Blick durch Mehrstärkengläser

Der Blick muss zum Lesen mit Multifokalgläsern gesenkt werden

Blick durch Mehrstärkengläser
Beim Mehrstärkenglas dagegen wird der Brillenträger wegen des Glasdesigns gezwungen, zum Lesen den Blick zu senken. Kompensierende Kopfbewegungen zum Ausgleich prismatischer Nebenwirkungen sind nicht mehr möglich. Erhält der presbyope, anisometrope Brillenträger seine erste Mehrstärkenbrille, können also erstmals Sehprobleme beim Lesen entstehen, die mit der bisher getragenen Einstärkenbrille nicht aufgetreten sind.

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3. Wirkungsweise

Wirkungsweise am Beispiel von Bifokalgläsern

Die Zwischenbilder vor dem rechten und linken Auge liegen dank Slab-off-Schliff wieder auf gleicher Höhe

Wirkungsweise am Beispiel von Bifokalgläsern

Der Slab-off-Schliff ist ein Höhenaus- gleichsprisma für die Nähe mit Basis 90°, das stets auf dem mathematisch negativeren Mehrstärken- oder Gleitsichtglas (schwächeres Plus- bzw. stärkeres Minusglas) verwirklicht wird.


Slab-off-Schliff, ein Höhenausgleichprisma

Beim Blick durch die Nahteile bzw. Nahbereiche der Brillengläser wird der Hauptstrahl hinter dem mathematisch negativeren Brillenglas mit Hilfe des Höhenausgleichprismas wieder um den gleichen Betrag abgelenkt, wie der Hauptstrahl hinter dem mathematisch positiveren Brillenglas. Die prismatischen Nebenwirkungen im Bezugspunkt Nähe BN sind somit rechts und links wieder gleich.


Ungestörter binokularer Seheindruck
Folglich liegen die Zwischenbilder rechts und links wieder auf gleicher Höhe. Sie können problemlos beim Blick durch die Nahteile bzw. Nahbereiche fixiert und zu einem ungestörten binokularen Seheindruck fusioniert werden. Ungestörtes und beschwerdefreies Binokularsehen in die Nähe ist wieder möglich.

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4. Slab-off bei Gleitsicht

Wirkungsweise eines Slab-off-Schliffs bei Gleitsichtgläsern

Wirkungsweise eines Slab-off-Schliffs bei Gleitsichtgläsern

Bei Bifokalgläsern ist der Slab-off-Schliff seit langem bekannt und bewährt. Da jedoch Gleitsichtgläser in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen haben und die Bifokalbrille fast vollständig durch die Gleitsichtbrille abgelöst worden ist, bestand die Notwendigkeit, Anisometropen auch mit Gleitsichtgläsern ein problemloses Binokularsehen zu ermöglichen.


Die Fertigung des Slab-off-Schliffs bei Gleitsichtgläsern war jedoch technisch lange nicht möglich. Carl Zeiss ist es als bisher einzigem Hersteller gelungen, das extrem aufwendige Verfahren umzusetzen. Im Gegensatz zum Slab-off-Schliff bei Bifokalgläsern müssen bei Gleitsichtgläsern nicht nur in den Bezugspunkten für die Nähe, sondern zusätzlich in den Bezugspunkten für die Ferne prismatische Differenzen kompensiert werden.

Prismatische Differenz bei Gleitsichtgläsern mit Slab-off

Gleitsichtgläser ohne Slab-off-Schliff

Prismatische Differenz bei Gleitsichtgläsern mit Slab-off

Da ein Bifokalglas im Fernteil wie ein Einstärkenglas wirkt, sind beim Blick durch die Fernbezugspunkte B F keine prismatischen Nebenwirkungen und somit keine prismatischen Differenzen zwischen rechtem und linkem Brillenglas vorhanden. Bei Gleitsichtgläsern ohne Slab-off ist die prismatische Differenz jedoch nur in den prismatischen Messpunkten gleich Null. Sowohl in den Fern- als auch in den Nahbezugspunkten ist eine prismatische Differenz zwischen rechtem und linkem Glas vorhanden, sobald die dioptrische Wirkung rechts und links unterschiedlich ist.

Gleitsichtgläser mit Slab-off-Schliff

Gleitsichtgläser mit Slab-off-Schliff

Die prismatische Differenz in den Fernbezugspunkten wird bei Gleitsichtgläsern mit Slab-off durch Aufschleifen eines Prismas über die gesamte Rezeptfläche aufgehoben. Die prismatische Differenz in den Nahbezugspunkten lässt sich beim Gleitsichtglas, genau wie beim Bifokalglas, mit Hilfe eines Slab-off-Schliffs ausgleichen. Das Höhenausgleichsprisma wird mit Basis 90° auf dem mathematisch negativeren Brillenglas (schwächeres Plus- bzw. stärkeres Minusglas) verwirklicht.


Der Slab-off-Schliff bei Gleitsichtgläsern erlaubt dem anisometropen Brillenträger die Vorzüge eines Gleitsichtglases zu nutzen. Zwar ist das Brillenglas wegen der Slab-off-Kante auf Höhe des prismatischen Messpunktes nicht nutzbar, dennoch kann der Anisometrope mehr Sehbereiche nutzen als mit einer Bifokalbrille.

Beispiel für die prismatischen Wirkungen bei einem Gleitsichtglas:

R +3.0, L +5.0, Add.: 2.0

B. u. = Basis unten B. o. = Basis oben

  Ohne Slab-off
Mit Slab-off
Messkreis Ferne
R: 3.3 b. d.          L: 4.5 b. d.
R: 4.5 b. d.          L: 4.5 b. d.
pr. Messpunkt
R: 1.2 b. d.          L: 1.2 b. d. R: 2.4 b. d.         L: 1.2 b. d.
Messkreis Nähe
R: 4.7 b. u.          L: 7.2 b. u. R: 7.2 b. u.          L: 7.2 b. u.
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5. Fertigung

Fertigung eines Slab-off-Schliffs bei Bifokalgläsern

1. Schleifen des Fernteils auf der HF- Vorderseite
2. HF mit modifiziertem Fernteil
3. Schleifen der Rezeptfläche
4. Bifokalglas mit Slab-off-Schliff

Fertigung eines Slab-off-Schliffs bei Bifokalgläsern

Fertigungsbedingungen
Die Slab-off-Kante, die sich bei Bifokalgläsern auf der Glasvorderseite befindet und mit dem Extrempunkt T der Nahteiloberkante zusammenfällt, kann fertigungstechnisch erst ab einem Prisma von 1,5 cm/m realisiert werden. Dies entspricht in etwa einer Anisometropie von 1,5 dpt.


Fertigung
Das Halbfabrikat (HF) wird auf der Vorderfläche im Fernteil schräg abgeschliffen, so dass in der Ferne eine prismatische Wirkung Basis unten entsteht. Anschließend erfolgt das Schleifen der Rezeptfläche. Hierbei wird das modifizierte Halbfabrikat schräg aufgeblockt, um das Prisma im Fernteil wieder aufzuheben und nur in der Nähe ein Prisma Basis oben zu erreichen.

Fertigung eines Slab-off-Schliffs bei Gleitsichtgläsern

1. Gleitsichtglas mit fertiger Rezeptfläche
2. Verkitten von Gletisichtglas mit Hilfslinse
3. Schleifen des Slab-off
4. Abkitten der Hilfslinse

Fertigung eines Slab-off-Schliffs bei Gleitsichtgläsern

Fertigungsbedingungen
Die Slab-off-Kante, die sich bei Gleitsichtgläsern auf der Glasrückseite befindet und ca. 0,5 mm unterhalb des prismatischen Messpunktes liegt, kann fertigungstechnisch erst ab einem Prisma von 2,0 cm/m realisiert werden. Dies entspricht in etwa einer Anisometropie von 1,75 dpt.


Fertigung

Der Ausgleich der prismatischen Differenz in den Fernzentrierkreuzen wird bereits beim Schleifen der Rezeptfläche berücksichtigt. Der eigentliche Slab-off-Schliff für Gleitsichtgläser wird dann auf die fertig geschliffenen Gleitsichtgläser aufgebracht. Nach Aufkitten einer Hilfslinse auf die Rezeptfläche muss der Verbund ca. 24 Stunden aushärten. Anschließend wird das Gleitsichtglas auf der Vorderfläche schräg aufgeblockt, so dass im unteren Glasbereich auf die Rückfläche die erforderliche prismatische Wirkung für die Nähe geschliffen werden kann.

Fertigungsmöglichkeiten für Slab-off bei Gleitsicht

Fertigungsmöglichkeiten für Slab-off bei Gleitsicht

Tipps für den Augenoptiker zu Fertigungsbeschränkungen bei Gleitsichtgläsern mit Slab-off:

  • Slab-off bei organischen Gleitsichtgläsern, da fertigungstechnisch keine saubere Slab-off-Kante erzielt werden kann
  • OPTIMA auf dem mit Slab-off-Schliff gefertigten Gleitsichtglas. Auf dem Gegenglas ohne Slab-off bietet OPTIMA jedoch häufig eine sinnvolle Dickenersparnis, wodurch bei Plusgläsern ein Dickenangleich beider Gläser erreicht wird
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