Messprozesse beschleunigen mit optischen Sensoren von ZEISS

Die Anforderungen der Autoindustrie an die Qualitätssicherung steigen von Jahr zu Jahr. Als Folge erhöhte sich auch beim Automobilzulieferer  Wahl Metall- und Kunststofftechnik der Messaufwand. Um dem gestiegenen Volumen in der Qualitätssicherung gerecht zu werden, führte das Unternehmen das Multisensormessgerät ZEISS ACCURA ein und beschleunigte damit deutlich den gesamten Messprozess.

Messtechniker Thorsten Bundschuh bereitet die Messung eines Spannhebels für ein Cabriolet-Verdeck vor.

Messtechniker Thorsten Bundschuh bereitet die Messung eines Spannhebels für ein Cabriolet-Verdeck vor.

Herausforderung: Zunahme des Messvolumens

„Der Messaufwand steigt und steigt“, sagt Peter Kerber, Geschäftsführer der Peter Wahl GmbH & Co. KG. Denn die Zeiten, in denen vielen Autobauern noch eine erfolgreiche Erstmusterprüfung genügte, um die Komponenten für mehrere Jahre freizugeben, sind vorbei. Inzwischen müssen Zulieferer wie Wahl oftmals die Qualität eines jeden Teils jährlich im Rahmen von Requalifikationsprüfungen nachweisen. Ein Mehraufwand, der zu den ohnehin stattfindenden Erstmuster- und  Stichprobenprüfungen hinzukommt. Bei einem jährlichen Messaufwand von insgesamt rund 5.000 Stunden ergab sich deshalb ein beachtliches Messvolumen.

Innerhalb von nur zwanzig Minuten liegen alle nötigen Zeichnungsmaße sowie Form- und Lagetoleranzen des Verbundteils vor. Damit spart Wahl mehr als die Hälfte der Messzeit.

Innerhalb von nur zwanzig Minuten liegen alle nötigen Zeichnungsmaße sowie Form- und Lagetoleranzen des Verbundteils vor. Damit spart Wahl mehr als die Hälfte der Messzeit.

Lösung: Teilumstieg auf optische Messungen

Schnell war der Geschäftsführung klar, dass sie neue Mitarbeiter und eine weitere Messmaschine brauchte. Nach Vorführung des Multisensormessgerätes ACCURA bei ZEISS stand die Entscheidung für Qualitätsmanager Willi Sauer fest: Diese Messmaschine bot die benötigte Flexibilität. Denn neben den taktilen Messköpfen war sie auf den Einsatz des optischen Sensors LineScan ausgelegt. Weil das Messgerät und der Sensor sich zum Anschaffungszeitpunkt jedoch noch in der Entwicklung befanden, wurde der Mittelständler zunächst Pilotkunde. Eine Entscheidung, die „wir nicht bereut haben“, ist der Qualitätsmanager zwei Jahre später überzeugt. „Mit dem Messgerät bewältigen wir heute Messaufgaben, die wir früher nicht lösen konnten.“

Nutzen: Beschleunigte Qualitätssicherung

Durch die gegenseitige Ergänzung von taktiler und optischer Messtechnik, sind die einzelnen Messungen schneller geworden. So benötigte beispielsweise der Tastsensor früher eine Dreiviertelstunde, um alle notwendigen Maße eines Spannhebels für ein Cabriolet-Verdeck aufzunehmen. Heute werden nur noch bestimmte Merkmale taktil erfasst, alle anderen optisch. Mit der Folge, dass jetzt innerhalb von insgesamt 20 Minuten sowohl alle benötigen Zeichnungsmaße als auch sämtliche Form- und Lagetoleranzen des Metall-Kunststoff-Verbundteils erfasst sind. Der Einsatz des LineScan zahlt sich für die Firma jedoch noch in anderer Hinsicht aus: „Bei vielen Bauteilen mit Freiformflächen kommen wir mit einem taktilen Messsystem nicht mehr ans Ziel“, erklärt Kerber. Eine sinnvolle Aussage über die Teilegeometrie lasse sich in diesen Fällen nur durch die Erfassung ganzer Flächen treffen - wie sie der LineScan ermöglicht.